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Cappel Altendeich den 11 Febr 1863.

Lieber Schwager und Schwester

Schon lange lange hofften wir doch mal nachricht von Euch zu kriegen welches auch wohl schwerlich geht so wohl wir es von hier viel darzu gehört und um einen Brief von hier hinzukriegen ich mache jetzt den Versuch da ich von ein gewisses Haus in Liverpool gehort habe ob er hinkommt ist eine Frage nun in dieser Zeit wo so manche traurige Nachricht hierher kömmt und noch immer mehr kommen und welches uns auch manche bange Besorgniß giebt. Aber was soll man thun wir müssen uns in die Allweise Vorsehung schicken wenns auch manch mahl kömmt welches wir nicht rechneten denn so geht es in der Welt. Heute noch sind wir heiter und wohl zu muthe, morgen schon hat uns eine Krankheit darnieder gerissen das alle Hoffnung verlohren ist. So rasch und unerwartet ging es auch mit unsrer Mutter welche am 18 Mai Morgens Uns durch den Tod entrissen wurde Es stellte sich Ihr eine Krankheit als Verkältung ein welches aber so heftig zunahm das sie schon nach 8, 10 Tagen uns in tiefe Trauer versetzte schon längst würde Ich Euch benachrichtigt haben wenn wir hierzu Mittel gewußt hatten. Was Uns weiter Anbetrift Ich und Vater sind noch munter und wohl. und sonst weiß Ich Euch nichts besonders Neues zu schreiben. Als das Euer Vater der alte Johann von Lehe erst vor kurzem gestorben ist und das zwischen den Johann und seiner Mutter ein starker Streit gleich nach der Beerdigung gewesen ist sowie sie gesagt hat will Sie ausziehen und Sich eine Stube miethen wenn dieser Brief sollte überkommen so seht doch Auch zu das ihr auch mahl schreibt wie es Euch geht den sollte Er über kommen das Ich davon gewißheit kriege so werden bald mehre Briefe weggeschickt werden

Hiermit schließt und zeichnet Freundlichst C. H. Hillmann

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