Notes for Christian Heinrich Hillmann to Johann Christopher Von Lehe and Tiede Von Lehe, February 11, 1863: #1
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Cappel Altendeich den 11 Febr 1863.
Lieber Schwager und Schwester
Schon lange lange hofften wir doch mal nachricht von
Euch zu kriegen welches auch wohl schwerlich geht so wohl
wir es von hier viel darzu gehört und um einen Brief
von hier hinzukriegen ich mache jetzt den Versuch da ich von
ein gewisses Haus in Liverpool gehort habe ob er hinkommt
ist eine Frage nun in dieser Zeit wo so manche traurige Nachricht
hierher kömmt und noch immer mehr kommen und welches uns auch
manche bange Besorgniß giebt. Aber was soll man thun wir müssen
uns in die Allweise Vorsehung schicken wenns auch manch mahl kömmt
welches wir nicht rechneten denn so geht es in der Welt. Heute
noch sind wir heiter und wohl zu muthe, morgen schon hat uns
eine Krankheit darnieder gerissen das alle Hoffnung verlohren ist.
So rasch und unerwartet ging es auch mit unsrer Mutter welche
am 18 Mai Morgens Uns durch den Tod entrissen wurde
Es stellte sich Ihr eine Krankheit als Verkältung ein welches aber
so heftig zunahm das sie schon nach 8, 10 Tagen uns in tiefe Trauer
versetzte schon längst würde Ich Euch benachrichtigt haben wenn
wir hierzu Mittel gewußt hatten. Was Uns weiter Anbetrift
Ich und Vater sind noch munter und wohl. und sonst weiß Ich Euch
nichts besonders Neues zu schreiben. Als das Euer Vater
der alte Johann von Lehe erst vor kurzem gestorben ist
und das zwischen den Johann und seiner Mutter ein starker
Streit gleich nach der Beerdigung gewesen ist sowie sie gesagt
hat will Sie ausziehen und Sich eine Stube miethen
wenn dieser Brief sollte überkommen so seht doch Auch zu das ihr auch
mahl schreibt wie es Euch geht den sollte Er über kommen
das Ich davon gewißheit kriege so werden bald mehre Briefe
weggeschickt werden
Hiermit schließt und zeichnet Freundlichst C. H. Hillmann