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Cappel Altendeich den 4 Febr 1867.

Lieber Schwager und Schwester!

Nach langen Warten von Euch einen Brief zu erhalten dauerte mir die Zeit zu lange und ich gedachte schon wieder zu schreiben. Da ich Euch im letzten Brief geschrieben habe gleich wieder zu schreiben wenn ich Euch was schicken sollte. Aber vergebenst habe ich darnach ausgesehen Da es jetz fast zu sagen überraschte und auch noch unverhofft in Trauer versetzte, obgleich Er lange krank gewesen ist denn ganßen Sommer. Erst im Vorsommer ging Er to Bett auf und ab und wurde es immer schlimmer so das Er selbst befürchtete das Er nicht wieder besser werde Im Nachsommer war Er etwas wieder besser. Aber der Winter riß ihn wieder nieder so das beständig im Bett bleiben mußte. [Und?] was bei seiner Krankheit das schlimste war das Er nicht trocken liegen konnte denn das Wasser lief ihm immer so weg ohne das er es halten und gewahr wurde. bis auf die letzten paar Tage da setzte sich das Wasser auf einmahl auf das Er trocken im Bett war und Er nahm noch die letzte Nacht gehörig Ein Medezin bis 6 Uhr und nach den letzten Einnahme ist Er in Schlaf gekommen, ist Er sanft recht eingeschlafen ungefähr viertel vor sieben Uhr von dieser Welt geschieden um das zeitliche mit das ewige zu verwechseln also den Freitag Morgen als den 25 Januar todt und den 2 Febr Beerdigung So haben wir dan jetz beide Eltern verlohren in der Hoffnung auf ein jenseitiges Wiedersehen. Was Gott thut das ist wohl gethan Das alte Jahr ist so verschwunden der Anfang dieses neue Jahr setz uns in tiefe Trauer was es uns weiter bringen wird ruht alles noch in Gottes Hand. Was helfen, uns die Trauer klagen ist ja ein Gott der noch regiert Vater ist 1791 den 16 Sept geboren und 1867. den 25 Januar gestorben