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Cöln, d. 29. März 1878.

Lieber Oscar!

Deinen Brief vom 12. [dhs?] habe ich erhalten & beeile mich, unserm gegenseitigen Versprechen gemäß, denselben zu beantworten. Ich ersehe aus Deinem Briefe, daß Dir Papa's Tod sehr nahe gegangen & daß Du mit inniger Liebe an ihm gehangen. Ja, er war es werth, daß man ihn liebte & er war auch allgemein beliebt.

Ich will Dir, soviel ich selbst weiß von seinen letzten Jahren Bericht geben & auch seine letzten Tage Dir beschreiben.

Nachdem Papa damals die Brustent= zündung hatte (ich glaube Ende 1872) behielt er einen starken trockenen Husten, welcher hohl und schwindsüchtig klang & hatte bei der gering= sten Abweichung von seiner gewohnten Lebens= weise eine Erkältung weg. Dieses ging so fort bis zum Jahre 1875, wo er im Herbst einen Lungenabceß bekam, welcher auf dem Rücken durchbrach, nach großen Schmerzen. Seit dieser Zeit wurde Papa immer schwächer & hinfälliger & ging auf Anrathen des Arztes im Sommer 1876 nach Königsborn bei Unna in's Bad, woselbst er