Paul Kubach to Oscar Kubach, March 29, 1878: #6
Original title: Kubach_0002_0006.jpg
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der, so theueres & Liebes einschließend. Deiner habe ich am Grabe gedacht und Rudolphs und in bunten Bildern zog unser Leben an meinem Geiste vorüber. Wie hätte Alles so schön sein kön= nen und nun - ? Wo mag Rudolph weilen? Ob er noch lebt, weiß ich nicht, sein Aufenthalt ist nicht zu ermitteln. Zuletzt war er in Holland & wollte unter der niederländischen Fahne dienen, ob er dieses gethan, kann ich nicht angeben. Vielleicht ist er im Strudel un= tergegangen, vielleicht hat er sich aufgerappelt und taucht eines Tages wieder auf.
Wir wollen Letzteres hoffen und selbst dar= nach streben als geachtete Männer unseren Platz in der Welt auszufüllen, unseres Va= ters würdig mit eiserner Energie.
Mama ist mit den Kindern in voriger Woche von Wocklum nach Münster i/W. Antoni= usstraße 43. verzogen und erwartet vom Grafen eine Pension. Augenblicklich lebt sie von geliehenen Mitteln, ich habe ihr meinen Antheil an dem Nachlasse mei= ner Mutter geschenkt; denn ich konnte doch Papa's wegen sie nicht brodlos machen & habe außerdem noch ihr mit Baarmitteln, die ich selbst geliehen, unter die Arme ge= griffen. Ihre Verwandten ziehen sich zurück.