Notes for Paul Kubach to Oscar Kubach, December 19, 1884: #2
Original title: Kubach_0021_0002.jpg
HTML
unterziehen wirst, gelten kann. Wie Du schreibst, fühlst Du Dich wohl darnach & das ist die Hauptsache. Ein längerer Urlaub würde freilich besser sein, doch wenn solches nicht geschehen kann, muß man eben mit gegebenen Verhältnissen rechnen. Dein republikanischer Candidat hat inzwischen eine Niederlage erlitten & dem demokratischen Cleveland weichen müssen. Ob letzteres den Vereinigten Staaten zum Segen sein wird, muß die Zukunft lehren, ich kann mich für meine Person nicht mit den demokrati= schen Elementen befreunden, die= selben bergen unter dem Deckman= tel schöner Redensarten von Gleich= berechtigung, Arbeitstheilung nur selbstsüchtige Zwecke: Habgier und Befriedigung roher Genußsucht. Getragen von der Gruft des Pöbels, dem sie mit hohlen Schmeicheleien Weihrauch streuen, erstreben Sie die Macht, um ihren Ehrgeiz zu kitzeln, doch segenbringender für Land & Volk ist ihre Führerschaft nie.
Hier in Deutschland gehen die po=
litischen Wogen ziemlich ruhig, wir
können zufrieden sein, natürlich
zu wünschen bleibt überall! -
Wohl hast Du Recht, wenn Du sagst man kann ebenso gut für Fremde arbeiten wie für sich selbst, gewiß man kann sich auch in fremden Geschäften angenehme Stellungen erringen, wenn man sein ganzes Wollen & Können einsetzt, was ja Pflicht jedes rechtschaffenen Man= nes ist, namentlich wenn man keine Aussichten auf Selbstständig= keit hat. Ich thue im Geschäft m. Bestes & bin, wie ich weiß, gut gelitten, will mich auch in keiner Weise beklagen, Arbeit birgt viel Genuß & Zufriedenheit in sich. -
Von Rudolf hast Du noch immer keine Nachricht, was mag as ihm geworden sein? Wüßte man nur, wie es ihm ginge & wo er steckte, diese Ungewißheit über sein Schicksal ist so niederdrückend! Doch ich will für ihn das Beste hoffen & denke, daß er noch