Notes for Marianne Holzapfel Kubach [?] to Oscar Kubach, 1885: #2
Original title: Kubach_0023_0002.jpg
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in Deinen Zügen aus, Howard ist groß geworden, ein lieber Junge, ich sehne mich darnach, ihn einmal in Wirklichkeit an mein Herz zu drücken, ein Wunsch der für mich wol uner= reichbar bleiben wird, ich kann es nicht sagen, wie lieb mir das Kind ist, u jetzt noch mehr, da seine Mama schon im Himmel ist. Der kleinen Clara geht es hoffentlich auch gut, Gott erhalte Euch Alle gesund, dann werden Dir die Kinder wieder mehr Reitz am Leben bringen. Die so weite Entfernung wird Dich wol veranlassen, die Kinder bald bei Dir zu nehmen, doch kenne ich die Sachlage zu wenig, um eine Äußerung auszusprechen, Deine Schwiegerin wird jedenfalls sagen, daß Dir in etwa geholfen wird, ehe selbe Euch verlassen wird. Ich erwarte von Paul noch den Brief, worin er mir Deine jetzige Lebensstellung in etwa klarer macht, sonst geht es ihm gut, was ich heute noch aus Carl seinem Briefe erfuhr, beide lassen Dich vielmal grüßen, wenn Du einmal Lust u Zeit hast, schreibe doch bitte ein paar
Zeilen an Carl, welcher ganz betrübt da=
rüber ist, so lange persönlich nichts von
Dir gehört zu haben, er schickt Dir
seine tiefste Theilnahme u ist durchaus
anhänglich an Dir wie Paul, wie
auch gut gegen mich, steht er mir bei
wie es seine noch schwachen Kräfte
eben erlauben, - wie es es ist auch er
aller Bestreben ist, unsern Namen
aufrecht zu erhalten, der Name Kubach
muß erhalten bleiben, wenn auch übers
Grab hinaus böse Menschen darauf anders
Andacht hatten. Ich habe den
Kampf ums Leben aufgenommen,
u wenn ich auch oft schwere Tage
erlebe, ich bin nicht mehr so
besorgt, nicht so ängstlich wie ich schon
war. Hubert geht es auch gut er
studirt fleißig, u wird dann wol
Ostern die Reife zum einjährigen
Denst bekommen, sein Abitur muß
er jedenfalls machen, u dann
muß erwogen werden, welchen
Weg er einschlagen wird, wozu
er Lust, u zunächst am Wehrdienst
kömmt.