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Köln, den 14. Juni 1885

Mein lieber, armer Bruder!

Dein Brief vom 25. Mai hat mich tief erschüttert & nehme ich an Deinem Unglück den innigsten An= theil. Ich fühle mit Dir, wie schmerz= lich der Dich betroffene Verlust Dir sein muß & bedauere Dich und Deine armen Kinder herzlich. Ein solcher Schlag ist wohl geeignet allen Lebens= muth zu nehmen, ich denke mich in Deine Lage & weiß Deinen tiefen Schmerz wohl zu würdigen. Das Schicksal ist oft unerbittlich & macht mit seinem Schlage allem Glück ein Ende, vernichtet die schönsten Hoffnungen. Armer Bru= der, wie mußt Du leiden!

Wenn auch Worte des Trostes aus mitfühlendem Herzen wohlthun, sie vermögen nicht das Verlorene

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