Letter to Oscar Kubach, August 18, 1885: #3
Original title: Kubach_0034_0003.jpg
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aber einen sehr strengen Ordinar, u
auf den höhern Classen wird
viel verlangt, hoffentlich strengt
sich Hubert immer mehr an, den
ein mittelmäßiger Mensch kömmt heut
zu Tage, wo alle Branchschen so
besetzt sind nicht zu etwas be=
sonderem u ich traue dem Jungen
Ehrgeiz genug zu, daß er es zu
etwas bringen will. Schon eher
würde ich Dir wieder geschrieben haben, doch war
mein Befinden den ganzen Sommer nicht gut,
wozu so unglückliche Mittheilungen, da Deine Bürde
schwer genug ist. Von Paul, Carl erwarte ich Briefe,
es geht ihnen gut, beide sind auch darauf bedacht
u haben dem besten Willen, daß ich es in meinen
alten Tagen noch ohne Sorge leben soll, ich hätte
besser abkommen können we Deine liebe Clara,
für Hubert wäre schon gesorgt worden, solche
Gedanken kommen einem wohl, wenn man
bald 60 J. ist, u ohnehin nicht auf Rosen gebetet,
doch wie Gott will. - Es gehe Dir immer
besser lieber Oscar, u Deinen lieben Kindern
gut, schreibe mir recht bald wieder was Du anfängst
schreibe mir von Dir u den Kindern, die kleine Clara
ist gewiß allerliebst, Ueberzeugt daß Dir meine Briefe
angenehm sind, schreibe ich Dir rasch wieder, u begrüße
Dich u den lieben Howard aufs herzlichste mit Dir
trauernd. - Deine treue Mama.