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PULLMAN, WASHINGTON, April 10 1917

Liebe Mama!

Es sind schon viele Wochen her, seitdem wir von Dir hörten; zum letzten Mal als Du uns schriebest, daß Du die 270 Mark erhalten hättest. Hoffentlich geht es auch allen noch gut und kommt ihr gut durch diese schreckliche Zeit. Uns geht es gut die Kinder und Marie, sowie ich fühlen gesund und guter Dinge. Mein Arm ist zwar noch nicht so stark wie früher, aber doch gut genug, ich verspüre von den Bruch t[?]chts, nur wenn ich etwas schweres hoch heben muß merke ich daß er etwas schwacher ist. Luise läuft so gut wie früher, sie ist viel draußen. Als neues kann ich noch melden daß ich vor einiger Zeit meine alte Farm für $161000 baar verkauft habe. Ich habe was von dem Gelde gebraucht um von den Schulden auf der Burkowsky Farm zu bezahlen und dann will ich heute 120 Acker nahe der Stadt für $100 per Acker kaufen. Ob ich mich viel mit dem Handel verbessere glaube ich kaum, die alte Farm war in sehr guten Zustande und brachte immer eine gute Miethe; aber das Land nahe der Stadt steigt bedeutend schneller im Preis und rechne ich größeren Gewinn dadurch zu erzielen.

Der Frühling ist dieses Jahr sehr spät, wir sind noch nicht bei der Feld arbeit angefangen; es war ein langer Winter und wird das Futter schon sehr knapp. Ich habe genug, noch zu verkaufen. Ob dieser Brief durchkommt, ist fraglich, hoffe es. Seitdem die Vereinigten Staaten auch mit zu euren offenen Feinden gehören; wird die Post wohl noch