Alma Röhrs to Max Hinrichs, June 9, 1920: #1
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Hamburg Juni 9. 20.
Lieber Max!
Seit Deinem lieben Brief vom 19. April, in dem die erste Anweisung über Lebensmittel war, hörten wir nichts von Euch. Gestern erhielten wir zu unserer größten Freude einen Beutel prachtvolles Mehl und einen Beutel Zucker von Dir. Ich dachte, heute würde der zweite Beutel Mehl und der Schin= ken kommen, leider habe ich aber keine Anweisung erhalten, die beiden Beutel kommen wohl noch. Für das Mehl und den Zucker sage ich Euch unsern aller= herzlichsten Dank. Zucker ist hier ganz furchtbar knapp, ich süße fast alles mit Sacharin, weil es keinen Zucker gibt und freue ich mich zu dem geschickten sehr. Das Mehl können wir herrlich gebrauchen, hier gibt es überhaupt kein Mehl mehr. Ich habe noch etwas von dem, welches ich für Deinen Check erhalten habe. Wir haben uns sofort, als wir das Mehl gestern erhielten, Pfannkuchen gebacken, die uns prachtvoll geschmeckt haben. Früher konnte Hugo nie Pfannku= chen essen, jetzt gibt es für ihn nichts Schöneres.