Alma Röhrs to Max Hinrichs, June 9, 1920: #2
Original title: HinMax_0016_0002.jpg
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Mehl gibt es hier überhaupt nicht mehr und ein Brot wird jetzt gebacken, welches oft fast ungenießbar ist. Ihr würdet Euch wundern, wenn Ihr solches Brot essen solltet, wie wir jetzt essen müssen. Ich habe von Deinem Mehl schon verschiedene schöne Weißbrote gebacken. In Deinem Brief schriebst Du damals, das Du uns noch vier wei= tere Checks für Lebensmittel schicken würdest. Lei= der haben wir bis jetzt keine erhalten. Hoffentlich sind sie nicht verloren gegangen. Wir hoffen, daß Du sie später abgeschickt hast, und, daß die Briefe noch kommen. Es wäre wirklich schade, wenn die Checks verloren gegangen wären.
Meine verschiedenen Briefe, die ich vor Pfingsten geschrieben habe, habt Ihr wohl erhalten. Hoffentlich geht es Euch Allen gut und seid Ihr gesund. Uns geht es gut, wir sind alle gesund. Max ist zum Ober= leutnant befördert worden. Er ist für den Rang noch sehr jung. Maria ist Pfingsten in Brake gewesen. Daß sie hinwollte, schrieb ich, glaube ich, schon.
Es hat ihr in Brake sehr gefallen, sie mag so gern
in einer kleinen Stadt wohnen und bedauert immer,
daß wir nicht auf dem Lande wohnen können und
ein kleines Haus haben können, dann würde sie
sich Hühner und allerhand Viehzeug anschaffen.
Maria möchte sich aufs Land verheiraten, sie hat aber
kein Glück damit, hat scheinbar überhaupt kein
Glück mit dem Heiraten, sie wird in nächster Zeit 24
Jahre alt. Die von Dir geschickten hundert Dollar
sind in Brake nicht angekommen. Der Magistrat
hat des Geldes wegen nach Berlin geschrieben, das
Geld ist aber nicht da und ist wohl verloren. Es ist
wirklich recht schade. Wer weiß, in wessen Hände
das Geld gekommen ist, Du hast nicht einmal Dank
dafür. Wie viel solch geschicktes Geld wohl nicht
an die rechte Adresse kommt. Maria ist auch
in Oldenburg gewesen. Tante Maria geht es nun
recht schlecht, sie liegt immer, klagt immer über
Schmerzen, hat Maria nicht erkannt. Maria meint
sie wäre schon etwas kindisch. Sie hat im Bett