Collection: Crede Family Papers
Author:
Recipient: Hermann Carl Crede
Description: Letter from Heinrich Carl Crede and Clotilde Crede to their son Hermann Crede, February 25, 1862.
Original text
[roman:] Cassel, [/roman] am [roman:] 25t. Februar 1862. [/roman]
Mein lieber [roman:] Hermann! [/roman] Vor Allem unsere herzlichsten innigsten Glückwünsche zu Deinem heutigen Geburtstage. Möchtest Du denselben noch eine lange Reihe von Jahren glücklich u. froh im Kreise der lieben Deinen verleben und Euch der Himmel bald bessere Zeiten geben!_ Am 17t. d. M. erhielt ich einen Brief von [roman:] Carl, [/roman] der mir mittheilte, daß Du [underline:] sehr bald [/underline] schreiben würdest, da indeß Deine beiden Brüder, nachdem sie unverschuldet Aller verloren, gewiß in großer Bedrängniß sind, so kann ich eine Antwort von Dir auf mein Schreiben vom 22 / II 62. nicht abwarten, sondern halte es für meine Pflicht, ohne Verzug zu helfen, soweit ich kann. Zu dem Ende mein lieber [roman:] Hermann [/roman] übersende ich Dir einen Wechsel, ausgestellt von [roman:] Louis Pfeiffer [/roman] dahier auf [roman:] Theodor Victor & Duckwitz [/roman] in [roman:] New York [/roman] über [roman:] 220 Dollars 86 Cents [/roman] / wofür ich [roman:] 300 rth. [/roman] Preuss. Courant zahlte / Ich wünschte diesen Wechsel auf [roman:] Angelrodt & Barth [/roman] in [roman:] St. Louis [/roman] ausgestellt zu haben, Herr [roman:] Pfeiffer [/roman] sagte mir aber, daß sie bei den jetzigen unruhigen Zeiten Wechsel auf [roman:] St. Louis [/roman] nicht ausstellen, außerdem sei dies auch ganz einerlei, da ihre Wechsel den Herrn [roman:] Angelroth & Barth [/roman] bekannt seien und diese Dir den Betrag ohne irgendeinen Abzug zahlen würden, es könne sogar sein, daß auf [roman:] New York [/roman]er - Wechsel in [roman:] St. Louis [/roman] ein Agio gezahlt würde._ Du wirst nun nicht säumen, den Wechselbetrag [underline:] baldthunlichst [/underline] selbst zu erheben und mir, nachdem solches geschehen, [underline *2:] sofort [/underline *2] Nachricht geben, wie das Geschäft verlaufen ist.- Bei Erhebung des Wechsels nimm diesen Brief mit, da er Dir vielleicht zu Deiner weiteren Legitimation dienen könnte. Solltest Du die Itendität[1] Deiner Person bei [roman:] Angelrodt p. [/roman] nach
[page 2:]
nachweisen müssen, so könnten Dir wohl die Geschwister [roman:] Bernhard [/roman] in [roman:] St. Louis [/roman] / Kinder unseres Nachbars / die bei Hr. [roman] Angelrodt & Barth [/roman] auch schon Geld auf Wechsel empfangen haben, dienlich sein, weshalb ich für den erforderlichen Fall deren Addresse beifüge._ Den erhobenen Betrag theile mit Deinen Brüdern und [underline:] gebe ich Dir anheim [/underline], wenn Du Deinen Antheil augenblicklich [underline:] nicht nötig haben solltest [/underline], solcher aber [underline:] jenen [/underline] besonders dienlich sein möchte, ihnen das kleine Kapital bis auf bessere Zeiten darzuleihen. - Aus meinem Schreiben an [roman:] Carl [/roman] _ was ich Dir offen sende und Dich um dessen baldigste Beförderung bitte-, wirst Du ersehen, wie es bei uns geht und was sich seit meinem letzten Schreiben Erhebliches zugetragen hat. Ich erwarte nun mein lieber [roman:] Hermann [/roman] recht bald [underline:] ausführliche [/underline] Antwort auf mein Schreiben vom 22/II 61 und wirst Du uns denn recht speziell schreiben, wie es Dir, Deiner lieben Frau, meinem kleinen Pathen und Großvatter[2] geht. In Gedanken sind wir täglich bei Euch, könnten wir es nur auch einmal in der Wirklichkeit sein! Lebt Alle recht wohl und seid auf das innigste von uns gegrüßt. Dein treuer Vater Crede
[page 3, 2nd author:]
Auch meine herzlichsten Glückwünsche zu Deinem 26t. Geburtstag möge Dir der gütige Gott gebe was eine liebende Mutter für ihr geliebte Kind nur immer bitten kann, vor allem Gesundheit u. Zufriedenheit. - Ich habe heute zum leitwesen unserer Adeheit zum ersten mahl seid Ihr fort seid keine Kuchen, Deiner Wenigsten zu ehren gebacken aber es wahr mir doch zu schmerzlich wenn ich denke müßte daß Ihr lieben wirklich [insertion:] entz. [/insertion] Noth leiden müßt. Wen Du schreibst so schreibe nur ja über alles recht genau u wahr was Euch der Krieg für Schaden un Verluste gebracht hatt u wie weit Ihr wieder hoffen dürft auf bessere Zeiten? wie es Deiner liebe Marie geht? was der Großvatte macht? u. wie es mein lieben kleinen Carl geht wie groß Er ist u was für Augen Er hat ob Er Dir oder Seiner Mutter gleicht u dann kontest Du mir auch ein par Hahre[3] von Ihm in den Brief lege ich denke mir sie müssen so sein wie die von Adeheit._
Dein Bruder Carl der arme Junge scheind mir nach seinem Schreiben zu urtheilen sehr schwach u Mutlos zu seihen, ich brauche Dich nicht zu bitten für Ihn zu thun was in Deinen Kräften steht. Du wirst gewiß alles für Ihn thun was Du kanst, nur hatt es mich sehr schmerzlich berührt das Er jetzt in seiner groß Noth nicht eine Heimad die Er so sehr vermißt bei Euch hatt finde könn, es mach mich um so trauriger da ich denke muß daß Ihr selbst mit Noth zu laiten habt. _ Schreib mir hierüber ja recht genau._
[page 4:]
In der Hofnung mein lieber Hermann das jetzt bald beser Zeiten für Euch eintreten werde u das Es Euch bald recht gut geht, schliese ich unter herzliche Grüßen an Dein Frau den Großvatter u mein liebe Carl Kusse recht rechte von Dein Dich lieben Mutter Clothilde._
Notes
Letter metadata




