Collection: Crede Family Papers
Author:
Recipient: Hermann Carl Crede
Description: Letter from Heinrich Carl and Clotilde Crede to their son Hermann Crede, January 27, 1867.
Original text
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[roman:] Cassel, d 27t. Januar 1867. [/roman]
Mein lieber [roman:] Hermann! [/roman] Unsere Briefe vom [roman:] Juli v. J. [/roman] haben sich - wie dies schon manchmal vorkam, gekreuzt._ [roman:] Wilhelms [/roman] Brief vom [roman:] 16. Sept. v. J. [/roman] dem Du einige Zeilen anschriebst, haben wir ebenwohl erhalten und würde ich längst geantwortet haben, wenn sich die Verhältnisse früher so weit geklärt hätten, daß ich über meine künftige dienstliche Stellung p. hätte schreiben können, wozu ich erst jetzt im Stande bin._ Das Oberhofmarschallamt kann selbstverständlich, nachdem Kurhessen dem preussischen Staate einverleibt war, nicht mehr bestehen, wurde also beseitigt und [underline:] aus demselben [/underline] statt dessen durch Gesetz eine Königliche Generalverwaltung des Kurfürstlichen Hausfideikommisses gebildet, welche dieses Vermögen für [underline:] die Krone Preußens [/underline] verwaltet. Ich bin in meiner früheren Stellung als Repositar bei dieser neuen Behörde verblieben und ist das Personal durchgängig besser gestellt worden; es ist mir bei dieser Gelegenheit eine Gehaltszulage von 130 rt. zu Theil geworden, so daß ich nun vom [roman:] 1t. Januar [/roman] d. J. eine Besoldung von 650 rt. jährlich zu beziehen hab. Diese
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Diese Verbesserung kommt und sehr zu statten, da alle Lebensverhältnisse gleich den Wohnungen im Preise bedeutend gestiegen sind, und sich noch fortwährend steigern. Wie ich Dir schon früher schrieb, werden wir unsere jetzige Wohnung bei Frau [roman:] Schäfer [/roman] verlassen und habe ich eine ganz nette Wohnung in einem Garten an der Holländischen Straße gemiethet, welche wir Anfangs April beziehen werden. Auch muß ich in der Kürze mein schönes Geschäftslokal räumen, da das frühere Hofverwaltungsgebäude zu einer Kriegsschule hergerichtet werden soll, weshalb die Königl. GeneralsVerwaltung in das [roman:] Bellevue[/roman]schloß verlegt wird. Dieser Umzug wird mir viel zu schaffen machen, bis ich mit meiner Masse Acten wieder eingerichtet bin, ich habe mir wohl nun das Geschäft dadurch etwas erleichtert, daß ich die älteren Acten / [roman:] circa 100 [?] Stk [?] [/roman] / mit Genehmigung der Behörde - ausgeschieden u. verkauft habe. Von unserer demnächstigen Wohnung bis in mein Geschäftslokal habe ich 1/2 Stunde Wegs, da ich um diesen Weg täglich 2 mal hin u. zurück zu
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zu machen habe, so werde ich, was, mir sehr zuträglich sein wird, die nötige Bewegung haben, namentlich, wenn ich mich nebenbei noch ein wenig mit GartenArbeit beschäftige, was mir Vergnügen macht. In unserem Kassel ist nach dem unglückseligen BruderKriege eine wahrhaft schreckliche Ruhe eingetreten, Handel u. Gewerbe haben sich bis jetzt noch nicht wieder erheben können, auch haben viele Gewerbetreibende durch den Abzug des Kurfl: Hofs nach Hanau, bedeutend zu leiden. Von der von Preußen eingesetzten Administration geschieht, was wohl augenblicklich zum Wohle der Stadt geschehen kann,, indeß muß sich erst in die neuen Verhältnisse hinein gelebt werden. Der Königl. Administrator von Kurhessen / Herr [roman:] von Möller [/roman] / ist ein herrlicher Mann von dem besten Streben beseelt. Ich war vor einigen Tagen bei demselben um für die gewährte Verbesserung zu danken, der Mann hat durch sein offenes, ruhiges & freundliches Wesen einen sehr guten Eindruck auf mich gemacht. - Der Kurfürst ist von Preußen gänzlich abgefunden, man hat ihn augenblicklich 600,000 rt gegeben, läßt ihn noch jährlich 400,000 aus dem vormaligen Hausschatz
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Hausschatz beziehen u. außerdem die Schlösser u. Gärten zu [roman:] Hanau u. Philippsruhe [/roman] unentgeldlich benutzen. Der Mann steht sich als Pensionair noch nicht schlecht. Die Kurfürstlichen Deinen sind, soweit sie nicht in den Diensten des Kurfürsten geblieben von der [illegible] Preußens übernommen worden._ Wer hätte sich eine so plötzlich eintretende ungeheure Veränderung gedacht, obgleich die gänzlich faulen Zustände eine falsche erwarten ließen.- Hoffen wir um von dem deutschen [roman:] Parlement, [/roman] was jetzt gewählt wird das Beste!- Nun zu etwas anderem! Es war mir recht erfreulich, aus Deinem l. Brief zu entnehmen, daß Du mit Frau u. Kindern seither wohl auf gewesen bist, den alten Manne bedaure ich seines Leidens wegen sehr, es ist gar traurig, wenn im Alter solche Leiden kommen, die den Menschen am Ende sich selber zur Last machen. Wie sehr lieber [roman:] Hermann [/roman] bedaure ich, daß Du wieder vom Wasser erheblichen Schaden gelitten und neben den Verlusten wird es Dir auch gewiß recht sauer geworden sein, Alles wieder in guten Stand zu bringen-, haben Dein Felde nicht
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nicht viel an der Oberbesserung durch das Wasser verloren u. die Gebäude auch mit im Wasser gestanden oder liegen solche so hoch, daß sie nicht von demselben erreicht werden. Möchtest Du für alle Folge von so nachtheiligen Ereignissen verschon bleiben, damit Du die Verluste verschmerzen u. Dich wieder erholen kannst, was nicht möglich ist, wenn stets neue Verluste auftreten. - Meinen Brief an [roman:] Wilhelm [/roman] füge ich zur Einsicht u. Weiterbeförderung hier bei. [roman:] Wilhelm [/roman] kommt in seinem letzten Schreiben durchaus nicht für unser Dorthinkommen, Du hast Dich darüber gar nicht ausgesprochen, indeß wirst Du wohl auch [roman:] Wilh. [/roman] Ansicht sein u. ich kann ihn nicht unrecht geben. Lebt Alle recht wohl, seid herzlich gegrüßt u. erfreue recht bald mit einer guten Nachricht Dein treuer Vater
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Mein innig geliebte Hermann!
Zu erst der besten Glückwunsch zu Deinem Geburtstag, mach Dir der Himmel all Segen u. Glück geben das Dir mein Herz nur immer wünsche kann möchtest Du vor allen Dingen gesund u zufrieden mit den Deinig sein dann wird das übrig siche so innähe u möch uns daß Gott noch einmahl zu theile werde Dir
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unsere Wunsch dar zu bringen, ach mein lieber Herm ich sehne mich doch gar zu sehr Deine Frau u Kinde u Dich vor allen zu sehen es ist doch kein wahr Glück auf diese Erde, es thut mir recht leid das der Großvatt krank ist da werde Ihr um so mehr Last habe aber ich bitt Dich habe um recht Gedul mit Ihm sich Ihr Sein Leiden so viel tunlich ist zu erlichte wir werden ja ald. Was mache denn mein liebe Knabe Karl, Jon u Willie im Geist bin ich imm bei Ihnen Karls Geburtstta weiß ich aber wann John u Wille gebohr sind ist mir noch immer nich bekan so viel ich auch danach gefragt habe auch Mein Gebet was ich nicht das mach mal nicht um nur es aber schreiben. Wilhelm will uns nich nach Amerika habe ist daß auch Dein Meinun, u es ist doch nach mein einzig Wunsch zu Euch zu komm bitt schreib auch Du hirüber. Deine Meinung es hat hir in Kassel schrecklich Verender gegeben ich bin mir auch gar freund sehr es gefäld mir gar [illegible] mehr das einzige was mich an beste bestelt. Sei da [illegible] mein lie Kinder, wie viel Meile ist das Grab? Und lieb Karls von Euch? Nuhe lebe recht wohl bleib gesund Got sei mit Euch u behalt lie de Mutt
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