Collection: Crede Family Papers
Author: Heinrich Carl Crede
Recipient: Hermann Carl Crede
Description: Letter from Heinrich Carl Crede to his son, Hermann Crede, February 1, 1882.
Original text
[roman:] Wahlershausen p Cassel [/roman] d [roman:] 1 Febr: 82. [/roman]
Vor Allem mein lieber [roman:] Hermann [/roman] meine besten Glückwünsche zu Deinem bevorstehenden 46ten. Geburtstage, möchtest Du diesen Tag noch vielmals gesund u. zufrieden mit den lieben Deinen feiern!_
Obgleich ich auf meine [underline:] beiden [/underline] letzten Briefe mit einer Antwort bis heute nicht erfreut worden, so kann ich doch nicht umhin, ein [underline *2:] drittes [/underline *2] Schreiben an Dich zu richten u. hoffe damit glücklicher zu sein._ Dein letztes Schreiben datiert vom 4t. März v. J., wie hast Du es über Dich gewinnen können, uns beinahe ein Jahr ohne Nachricht von Euch zu lassen, da Du doch sicher weißt, wie sehr wir uns danach sehnen_.
Von [roman:] Wilhelm [/roman] haben wir öfter Briefe gehabt_ den letzten vor einigen Tagen_ doch vermochte er uns von Dir nur mitzutheilen, daß er lange von Dir nichts gesehen u. gehört habe. [roman:] Wilhelm [/roman] geht es mit den Seinen gut_, nur zu beklagen, daß er eine so schlechte Ernte gehabt,
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gehabt-, auch ist es ein großer Mißstand, daß bei anhaltender Wärme ein Wassermangel sich auf seinem Farm einstellt u. dem wohl nicht leicht abzuhelfen sein mag?_ Hoffentlich erfreust Du Dich mit den lieben Deinen einer guten Gesundheit, was wir bald zu hören hoffen._ Der Gesundheitszustand Deiner guten Mutter, so wie der meinige hat sich seit meinem letzten Schreiben wenig geändert & dürften wir bei unserem hohen Alter auch wohl wenig Besserung zu erwarten haben. Obwohl ich innerlich mich recht wohl fühle, so wollen doch meine Unterthanen nicht mehr pariren u. wird mir das Gehen recht beschwerlich, außerdem sind meine Hände fast erstarrt, daß ich solche fast zu nichts mehr gebrauchen kann u. mir das Schreiben sehr sauer wird. Seit Ende [roman:] September v. J. [/roman] wohnen wir nun hier in [roman:] Wahlershausen [/roman], obgleich wir nun einen großen Garten hinter dem Hause u. die schönen [roman:] Wilhelmshöher [/roman] Anlagen in unmittelbarer Nähe
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Nähe haben, so komme ich doch nur wenig ins Freie-, in Cassel_ wohin von Wilhelmshöhe alle 20 Minuten ein Eisenbahnzug geht _ bin ich bis jetzt nur einmal gewesen, [underline:] weil ich hin mußte [/underline].- Therese u. ihrem Töchterchen, was ein sehr liebes Kind ist u. uns viel Freude macht, geht's gut_. [roman:] Adelheid [/roman] u. Familie - die Dir Weihnachten bis nach Sylvester bei uns zubrachten, befinden sich wohl. Therese mit [roman:] Adel. [/roman] befinden sich gegenwärtig in [roman:] Homberg [/roman], wo sie einige Wochen zubringen werden.
Deiner Tante [roman:] Louise [/roman] geht's wohl, sie läßt sich sehr selten bei uns sehen u. ich kann jetzt aus Gesundheits-Rücksichten auch keine Reise unternehmen. Du hast wohl [roman:] Wilhelm [/roman] _ seit er sein neues Haus bewohnt, noch nicht besucht? Er freut mich sehr, daß die Familie endlich eine gute bequeme Wohnung hat, was doch im Leben eine Hauptsache ist.- Befindet sich Dein [roman:] Carl [/roman] noch in [roman:] St. Louis [/roman]? u. was wird derselbe demnächst für ein Berufsgeschäft ergreifen? Sollen Deine Söhne
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Söhne sämtlich Farmer werden, oder gedenkst Du sie zu anderen Berufsgeschäften zu bestimmen. An Beschäftigung wird es ihnen wohl nicht fehlen. Wie fühlst Du Dich in Deiner neuen Stelle als [roman:] Collector [/roman] ? Hast Du Dienstreisen ab zu machen _ oder werden Dir alle Gelder ins Haus gebracht? Wenn Deine Dienstzeit um ist, so haben wir wohl denn endlich wohl Aussicht, Dich auf einige Zeit bei uns zu sehen?_
Am [roman:] 21t. April 1885 [/roman] _ [underline:] so Gott will, daß wir diesen Tag erleben [/underline]_ würden wir unsere goldene Hochzeit feiern -, doch sind dies noch drei Jahre u. können wir nicht voraussehen, was über Nacht eintreten kann._ Ich schließe in der sicheren Hoffnung nun recht bald u. viel von Dir u. den lieben Deinen zu hören u. verbleibe unter herzlichen Grüßen, sowie den besten Wünschen für Euer Aller Wohlergehen Dein treuer Vater.
Wie [underline:] stehts mit der Jagd? [/underline]
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Unser Winter scheint sehr gelinde verlaufen zu wollen, bis jetzt haben wir nur einigemale etwas Frost u. sehr wenig Schnee gehabt.
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Letter metadata




