Collection: Crede Family Papers
Author: Clothilde Schröder (Crede)
Recipient: Hermann Carl Crede
Description: Letter from Clothilde Crede to her son, Hermann Carl Crede, April 1882. The letter is dated by her reference to Hermann's recent illness and her expression of thanks to Hermann for sending his parents a photograph of his son Karl, topics which are also mentioned in a letter by her husband Heinrich Carl Crede in a letter dated April 29, 1882.
Original text
Mein lieber lieber Hermann!
Dem lieben Gott sei Dank das Du wieder gesund, u dem Leben erhalten bist, ach es andete mir das es Dir nicht gut ginge ich hatt gar zu fürgterlige Träume von Dir, ich treumte merer Nacht Du warest auf Dein Reiße von Indianern gemordet u Dein Hülferuf weckt mich aus den Schlaf u das merermal, ach mein lieber nim Dich nur in acht ich wünschte Du wärest schon Deines Amtes enthoben es ist doch auch zuriskant so viel fremdes Geld in Hende zu haben u besonders jetz da Du noch sehr schwach bist u fremde Leute nötig hast
[page 2:]
mein Glaube an gute Freunde u Menschen ist ser gering wir haben gar zu schlecht Erfahrung gemacht so lange uns die Menschen brauge konten waren wir gut, aber so wie wir ihnen nicht mer nützen konten brauchte mann uns auch nicht mehr wie stehen jetzt so zimlich allein auf der Weld in unseren Elend mir ist das schon ganz recht aber für unser arme Therese ist es mir recht leid das auch Sie so verlassen ist wie soll es noch mal mit Ihr werde wen wir nicht mer sind? ach ich darf gar nicht daran denken u dabei sind Dein beide Schwestern nicht die Stärksten, an den Uebel wovon Angeli u Mina[1] gestorben sind leide alle beide es ist zwar nicht so schlim da Sie ald dabei werde könn, aber doch recht hart da Sie schwach sind Sie leide nemlich [underline:] am Herzen [/underline] u das ist ser engstlich. Ihr Töchtergen ist ein recht liebes Kind, auch Adelheids Kinde sind lie u gut u werde
[page 3:]
jetz auch kreftig ich bin zu Adolph Geburtsta den 14 Aprill 14 Tage bei Stocks in Homberg gewesen Stock ist ein recht guter Mann der Ade auf den Hende trägt u hat ein Gehald von 1200 Taler aber es ist alles zu teuer, Adelheid muß sich ser absorgen um durg zukomm. Darüber wirst Du Dich gewiß wunde aber die jetzig Generazion[2] ist anders als zur zeit da wir noch jung waren._
Ueber Deinen Brief von Dein Söhnen habe ich mich so recht herzmöglich gefreut ach es ist ein so großes Glück gute braf Kinde zu haben ach das macht manges hart Leid erträglich, ach möge der lieb Gott auch ferner über sie wache u mögen Sie immer in Gott Gnade wandeln Karl ist ein hüpscher Mensch ich danke Dir recht ser für das schön Bild, Du mußt mir auch von den Andern die Bilde schick, dem guten John darfst Du aber nicht zu vill zumuten! Was wird den Wille[3] ergreifen wenn die Schulzeit um ist? Ich bin froh das Karl Kaufmann geworden ist ich hoffe so kan Er leicht u besser Sein Fortkom finden o könte ich Euch doch alle mal sehn. Und Adolph der hüpsche Knabe muß da im das Lernen leicht wird auch ein Hochschule un wen Er Gück[4] hatt dem Staten
[page 4:]
zu dinen. Veleich kan Er noch [?] Kresiden[5] [/?] werde. / Ein schlechter Soldat der nicht denkt General zu werde./ so ist das Sprügwort.[6]_
Grüße Dein liebe Frau u sage Ihr in meinem Namen den besten Dank für die gute Pflege die Sie Dir in Deiner große Krankheit zuteile werde lasse, u haltet Sie hoch in Ehren für alle liebe u güte die Sie Dir u den Junge erzeigt. Über die Verstorben dürft Ihr nicht mer trauern die sind schöne Engel beim lieben Gott! es ist ein Glück für sie in Ihr Unschuld abgerufen zu sein, was ist da dies Leben wenn es gut ist, ist es doch nur Mühe u Arbeit in diesem Irdische jammertall._
Ihr habt recht schwere zeiten mit durchgemacht, aber der liebe Gott verläßt die nicht die gut u braf sind auf Leide kom Freude nur im Mud u den Kampf aber schon Dich nur recht damit Du nicht wiede krank wirst, Du schreib recht bald wiede wir sin alt u könn nicht solang mer leben also erfreu uns mit Dein schreiben._
Lebet recht wohl u grüße mir Deine lieb Frau Karl John, Wille u Adolph u sei Du gegrüßt u geküßt von Den Dich herzliebende Mutter
Anmerkungen
Letter metadata




