Collection: Dobberpuhl Family Letters
Author:
Recipient: Carl Christian Dobberpuhl
Description: Dobberpuhl family letter, June 7, 1847.
Original text
Brendemühl, d. 7ten Juny 1847
Die Gnade Gottes des Vatters, die Liebe Jesu Christi, und die Trostreiche Gemeinschaft des Heiligen Geistes, sei mit euch Allen, Amen.
Lieber Bruder, Euer Schreiben Vom [strikethrough:] Vom [/strikethrough] 16ten December V. J. habe ich den 27ten Januar d. J. richtig erhalten und daraus ersehen das Ihr noch am leben und gesund seid, Was uns anbetrift sind Wir Auch noch alle recht munter und gesund, Lieben Freunde, Ihr Schreibt mir das es bei euch in Amerika viele religieonen giebt, Das Last Euch so ser nicht wundern in dieser letzten betrübten Zeit, den das ist bei uns in Deutsch=land grade auch so. Wen wir Lutherischen zu=sammen kommen wir haben auch die meiste Zeit Streit unter uns. Den wen hir bei uns die Freiheit so were als bei euch den wer es hir grade auch so, Lieben Freunde ich habe euch Vorigen Jaar, Wie euch wird wohl bekant sein das wir würden
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diesen Sommer zu euch nach Amerika hinüber kommen. Aber das hat meine Frau wieder ge=stört, den sie sagt immer sie kan diese reise nicht aushalten sie möchte auf dem Waßer sterben. Auch hat mir Schwager Müller ser abgeschrekt den er Schreibt mir ich möchte mir in der sache Prüfen damit mir es nicht so ginge wie ihm den in Amerika war die Arbeit weit Schwerer als in Deutschland, Jedoch Aber bin ich noch nicht abgeneigt. ich gedenke doch noch zum zum=künftigen Sommer wen der liebe Gott es mit mir nicht anders beschloßen hat zu euch zu kommen Solte ich aber nicht kommen können den Schreibt mir doch von dem Gelde was ich damit machen sol. Du Schreibst ich Sol mir meine Umstende davon bezalt machen. Meine umstende die kan ich nicht viel rechnen die ich davon gehabt habe, Wen Ihr barmhertzigkeit an mir thun könnet und wollet das Ihr mir was laßen wollet so werde ich Zeit lebens auch mit
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Liebe und Treue dankbar dafür sein. und wie Ihr es verlangt so werde ich alles pünktlich befolgen Neues kan ich auch nicht Schreiben, wie es hir sonst get das wird euch mein Gevatter Carl Krüger wen der liebe Gott Ihn zu euch hinüber geholfen hat alles mündlich berichten. -
Lieben Freunde noch wil ich euch Schreiben das bei uns in Deutschland alles sehr theuer ist, ein Scheffel Weitzen kostet hir 5 rs 1 Scheffel roggen 4 rs. 1 Scheffel gersten 3 rs. 1 Scheffel Erbsen 4 rs. und der Scheffel haber hat auch an 2 rs gekostet, die Ertoffeln kosten [?] 2 rs. Schlieslich Grüße ich dich mit [?] Frau und Kinder Schwieger Söhne und Schwieger Tochter und Schwager Müller mit Seiner Frau und alle bekante Viel Tausend mahl und Verbleibe euer Freund u bruder bis in den Todt.
Lieben Freunde Schreibet mir doch so bald wie möglich wieder
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An Christian Dobberphul In Weskonsin bei Milwauky Nord Amerika
Letter metadata




