Sammlung: Crede Family Papers

Verfasser: Clothilde Schröder (Crede)

Empfänger: Hermann Carl Crede

Bezeichnung: Brief von Clotilde Crede an ihren Sohn Hermann Carl Crede, 1880. Der Brief kann auf das Jahr 1880 datiert werden, da Clothilde Crede darauf hinweist, dass ihr Enkel Karl im Dezember 21 Jahre alt wird.

Clotilde Crede an Hermann Carl Crede, 1880

Original text

Mein lieber Hermann!

Recht seher hat es mich erfreut entlich mahl wiede etwas von Dir zu höhren u freue ich mich ganz besonders daß es Dir mein Lieber wider ganz gut hast ich hatt keine Andung das Du so ernstlich krank wahrst was hat Dir den nur gefehlt? Doch da wahr es ein rechtes Glück das Du ein sorgende Frau zur Seite hattest, ich bitt den lieben Gott das Du nun recht gesund sein möchtest es ist doch daß größte Gut die Gesundheit, Papa u ich haben auch immer etwas zu klage aber das bringt das Alter mit sich u ich habe auch recht Gedult aber der Papa ist so unzufriede das uns das Leben recht schwer wird, ach es ist mir um unser armes The so recht von Herzen

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leid, das Arme Kind hat so großen Arger an Ihren scheulischen Menschen erlebt u muß so unverschuldet leiden daß es mir um so weher tuth, wenn Sie nun auch von Papa, nur unken stönen u unzufriedenheit sieht es wird jadoch nichts dadurg beser nur das Leid doppelt schwehr, u es ist auch meiner Ansicht nach Sünde wenn mann unverschuldet Schicksahl nicht mit Fassung u Gottvertrauen trecht der liebe Gott schickt uns ja oft Leide um uns zubesern u durch unsere Ungedult geht uns ja der Segen der noch des lieben Gottes Wilen der uns aus den Leiden werden soll für uns verlohren, ach wenn ich nur Ihr u Papa so Gottergeben mache konte wie ich es bin so würden beide besser daran sein aber beide sind für mein trost Gründe faule, also Geduld fassen auch des lieben Gottes Erbarmen._

Recht sehr habe ich mich gefreut das Ihr alle so recht fleisig seid u Ihr könnt

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schon ein gut Theil Arbei beweltigen wen Ihr alle so zugreif ich möchte Euch sehen u den Kaffe ins Feld bringe ach wie solte der uns schmecken im Geist bin ich bei Euch._ Karl wird nun son de 12 Dez 21 Jhr ald u da must Du nun auch son bald daran denken Ihm einen eignen Herd zu gründen, aber um alles bitte ich Dich laß nur ja keins von Dein Kindern weiter von Dir als das Du Sie in eine Tage erreigen kanst Ach wie macht mir die so große Entfernung von meine Kindern doch so viele Kummer daß Du mit Deiner lieben Frau so glücklig bist ist mir in meinem Kummer ein großer Trost so weiß ich Dich mit Deine lieben Jungens wohl geborgen des lieben Gottes Segen walte stehts über Euch. _

Daß Ihr ein gute Ernte habt ist mir ein recht trost kontest Du nur alles hier zu Markte bringen das Holz kaufen wir jetz aufs Gewigt der Bunt 14 Srg.[1] Butt a St. 12 Sr Eier 20 Stü 12 Sr Rindfleisch ℔ 7 Sr Schaf 7- 8 Sr Hamel f 6 Sr. 4 Pf Kalb f 5 Sr

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und so ist alles im Preise, Adelhei die für uns mit kocht hat Ihre recht last mit Ihrem Gelde durch zu kommen ich gebe Ihr für uns den Monat [?] 81 [/?] Th u so viel bekomt Sie auch von Ihr Mann u doch muß sie sich zusamnehmen um durch zu kommen Adehl Ihr August u die Kinder Clothilde Rosa Adele lasse alle bestens grüßen u grüß auch Du von mir Karl John Wilhe Adolf Herman u Franz u sei Du u Deine liebe Frau ganz besonders gegüst von Dein Dich herzlichlieben Mutter.

Anmerkungen

  1. ^ "Srg." = "Sgr.", oder Silbergroschen