Sammlung: Dobberpuhl Family Letters

Verfasser: C.J. Gottlieb Klug

Empfänger: Carl Christian Dobberpuhl

Bezeichnung: Brief von C.J. Gottlieb Klug an seinen Schwager Carl Christian Dobberpuhl, 22. April 1851.

C.J. Gottlieb Klug an Carl Christian Dobberpuhl, 22. April 1851

Englischer Text

Original text

Der dreieinige Gott sei mit uns allen, in dieser Zeit, u. führe uns durch Buße, u. Glauben in die ewige Seelig=keit. - Theuerste Freunde u. Verwandten, u. besonders Herzliebe Schwester, u. Schwesterkindern. Ich möchte gern im rechten Christl. Glauben, u. was ich schreibe, in Christl. Liebe u. Wahrheit schreiben: Darum sage ich; der dreieinige Gott sei stets mit uns, u. lenke u. führe unsern Sinn u. Willen, nach seinem Wort u. göttl. Willen, durch diese Lebenszeit in die frohe Ewigkeit. Herzliebe Freunde; wir sind sehr weit in diesem Erdenleben, nach menschl. Denkungsart, von einander entfernt, aber wir können uns doch einander noch kundthun, so lange wir Leben, wie es uns ge=het; Der liebe Gott schenke ins hierzu die Christl. Liebe u. Glaubens=einigkeit; fehlet uns diese Liebeseinigkeit, so ist es oft mit uns Menschen ein Höllenleben, je näher wir bei einander wohnen. Ich wünsche, u. bitte die göttl. Majestät, das ich Ihnen allesammt, mit diesem schreiben im Christl. Wohlsein antreffen möchte.

Was uns, u. unserer hiesigen Freundschaftsfamilien anbetrifft, sind wir noch ziemlich im Erdenleben, vom geistl. Leben darf ich zwar nichts sagen; das kennt die Allwissenheit Gottes am besten: u. mußen mit Paulus bekennen, wenn ich mich rühmen will so muß ich mich meiner Schwachheit rühmen. - Wilhelm Tank seine Ehefrau in Regenwalde, was erst unsere Bruderfrau war, die ist voriges Jahr gestorben, u. er hat im Herbst die 2te Frau aus unserer Klugsfreund=schaft geheirathet. Meine Brudertochter Wilhelmine Klug hir in Tressin, die hat im vorigen Herbst sich mit dem Kosäth Ferdinant Steinwehr

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Aus Stuchow in die Christl. Ehe begeben, seine Aeltern sind noch beide am leben, u. der aelteste Bruder Wilhelm will auch nach Amerika ziehen: So wie es heißt werden diesen Sommer viele Familien nach Nordamerika ziehen. Wer weiß was der liebe Gott aber sagte, aber auch noch nicht zu mangem sagt, bis hirher sollt du kommen u. nicht weiter. Weil die mehrsten um irdische Güter zu gewinnen dort hinziehen u. nicht um Religions, oder Gottesverehrung hal=ben: Hier in unserm Pommerlande sind nun unsrere Kirchen gebauet, wo die Lutherische Religion, oder die recht bekehrten gläub; Christen, ihre öffentl. Kirchenfeier halten können. wenn wir nur um die rechte Verehrung u. göttl. Kirchenfeier bekümmert sind. Ach der Herr Himmels u. der Er=den helfe uns Allen dazu, aus göttl. Liebe u. Erbarmen, um Jesu Christi Willen. - Ziehen wir aber aus irgend andern Ab=sichten irdischer Vortheile halben, u. [insertion:] nicht [/insertion] im Namen des dreieinigen Gottes. d. h. nach unserm Natürl. Sinn u. Willen, so kann der Liebe Gott bald unsere Absichten zerstören. Denn es heißt in dem Liede Wer im Herzen will erfahren. v. 5. Ach! wie weit sind die zurück die nur fragen in der Welt: wo ist Reichthum, Gut u. Geld. u. s. w. Herzlieben Freunde! Wir haben seit [underline:] 1848 [/underline] ds. 16. November keine bestimmte Nachricht von Ihnen bekommen, wo wir aus dem letzten Briefe erfahren, u. gesehen haben das unser Schwager Christ. Dobberphul euer lieber Vater ds. 10ten Octob; gestorben sei, wissen aber nicht, ob die Andern Verwandten noch alle im Leben sind; im vorigen Herbst war [insertion:] ich [/insertion] in Brendemühl bei Martin Dobberphuls die sagten, das in Morgow einer geschrieben habe: Ludwig Groth wäre in

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in Amerika auch gestorben, ich ging dann nach Grambow wo ich von Caroline Uttech hörte, das ihre Freunde auch geschrieben, aber davon nicht gemeldet hätten. - nun bitte ich aber noch einmal Ihnen allesammt um Antwort, ich habe schon mehr mahls geschrieben: den letzten Brief habe ich auch im vorigen Sommer mit Gelegenheit dort hin geschickt, weis aber nicht, ob Sie ihn auch bekommen haben. Diesen will ich auch mit Gelegenheit schicken, u. wünsche das Sie ihn auch bekommen mögen. - In des Vaters Trauer Briebe habe ich auch gesehen das Sie alle mir von die 250 Rthl. 10 rthl. versprochen, die Köller damals noch im Nutzen behielt, worüber Martin Dobberphul die Obligation be=kamm, ich sehe dieses versprechen als eine mitleidige Freundschaftsliebe [insertion:] an [/insertion], u. bin dankbar dafür. - Ich habe auch mit Martin davon gesprochen, der will davon nichts wissen, u. sagt dieses Geld wäre ihm bei des Vaters wegziehen in der Obligation, als sein gänzliches Eigenthum übergeben, meint aber noch, Sie sollen ihre Meinungen noch durch ein ferneres Schreiben bekannt machen; ob Sie es wirkl. haben wollen, so, giebt er noch nichts davon ab. - Ich wohne mit meinem kleinen Hermann jetzt bei unserm [insertion:] Bruder [/insertion] Wilhelm Klug in Tressin. u. Johann Tank ist jetzt Schullehrer in Staarz u. hat Henriette Gesslern aus Wittenfelde zur Ehefrau seine Mutter wohnt auch bei ihr. Albertine Tank ist verheirathet mit dem Halbbauer Uttech in Wittenfelde u. hat 3 Stiefkinder u. auch eine rechte Tochter: nun bitte ich um baldige Antwort; u. Grüße mit meinem Hermann alle Freunde u. Verwandte sehr viel Tausendmal. Alle die vorbenannten Freunde lassen sehr viel Taus. mal Grüßen. Wilhelmine Klug mit ihrem Ehemann u. dessen Anverwandte aus Stuchow Grüßen sehr viel Taus. mal. unser Bruder Wilhelm mit seiner Frau u. Kindern Grüßen alle sehr viel Taus. mal. Dorothea Müllern ist bis in ihr Alter noch bei uns u. läßt sehr viel mal Grüßen Adie lebet wohl. Carl Johann Gottlieb Klug. Tressin bei Treptow an der Rega d. 22ten April 1851.

[address leaf:]

An Carl Dobberphul in Cedarburg Wachinzten Conutz Hatre Wisconsin in Nord Amerika